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Wort der deutschen Bischöfe

März 2003

„unBehindert Leben und Glauben teilen“

Wort der deutschen Bischöfe zur Situation der Menschen mit Behinderungen

Die deutschen Bischöfe begrüßen das Europäische Jahr der Menschen mit Behinderungen 2003. Mit dem Wort ?unBehindert Leben und Glauben teilen? wollen sie einige wichtige Fragen und Anliegen behinderter Menschen erneut der breiten Öffentlichkeit – allen Gläubigen und Menschen guten Willens – ins Bewusstsein bringen. Zugleich ist es als Ermutigung an die Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen gerichtet.
Bischof Dr. Joachim Wanke, Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, unterstreicht: „Bei aller Betrachtung der besonderen Bedürfnisse und Unterstützungshilfen für Menschen mit Behinderungen sieht die katholische Kirche die Situation der behinderten und nichtbehinderten Menschen aus dem Glauben an Jesus Christus. Sie haben denselben Ausgangspunkt, denselben Weg und dasselbe Ziel. Die Botschaft Jesu Christi setzt eine Kraft frei, die verändern und motivieren kann, unBehindert Leben und Glauben zu teilen. Dringlich ist vor allem eine gezielte Förderung der ethischen Kompetenz im Zusammenleben der Menschen“. Weihbischof Dr. Franz Dietl, Beauftragter für den Bereich „Pastoral für Menschen mit Behinderung“ der Deutschen Bischofskonferenz, verdeutlicht: „Gerade in der Bibel erschließt sich den Christen die Option für eine Kultur der Achtsamkeit. Sie ist offen für den Schmerz und das Leid anderer Menschen. Sie ist zugleich aufmerksam für die Eigenkräfte und das Gelingen, das im Leben der behinderten Menschen offenkundig wird. Sie öffnet den Blick für den Reichtum jeden Lebens, der leicht in einer einseitigen Haltung im Mitleid verborgen bleibt“. Weihbischof Otto Georgens, Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Diakonische Pastoral“ der Deutschen Bischofskonferenz, betont: „Leben und Glauben mit behinderten Menschen und ihren Angehörigen zu teilen ruft nach einer lebensfördernden Pastoral. Sie wird rücksichtsvoll wie erfinderisch sein in den Formen der Integration“.
Die deutschen Bischöfe bitten alle in Kirche und Gesellschaft, die abwendbaren Erschwernisse, denen Menschen mit Behinderungen ausgesetzt sind, abzubauen und neue Diskriminierungen zu verhindern. Die Kirchen-gemeinden, christliche Gemeinschaften, Verbände, Räte, Organisationen und Initiativen wie auch karitative Werke, Dienste und Einrichtungen sind aufgerufen, im alltäglichen Zusammenleben Orte eines ?unBehinderten? Miteinanders zu sein und so die christliche Hoffnungsbotschaft glaubhaft zu verkörpern und erfahrbar zu machen.

Das Wort „unBehindert Leben und Glauben teilen“ wird veröffentlicht in der Reihe: „Die deutschen Bischöfe Nr. 70“.

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