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Presse-Statement

zur Publikation des Wortes der deutschen Bischöfe
„unBehindert Leben und Glauben teilen“
bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz
am 12. März 2003 in Freising

- Aspekte zur Bedeutung für die deutsche Kirche -


Weihbischof Otto Georgens, Speyer
Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Diakonische Pastoral“ der Deutschen Bischofskonferenz


Sehr geehrte Damen und Herren,

die deutschen Bischöfe verbinden mit dem Wort „unBehindert Leben und Glauben teilen“ einen Bewusstseinswandel in Kirche und Gesellschaft gleichermaßen. Es sollen nachhaltige Veränderungen der Denk- und Verhaltensweisen, der konkreten Entscheidungspraxis sowie der pastoralen Konzepte in den Diözesen, Kirchengemeinden, katholischen Verbänden, Einrichtungen und Organisationen angestoßen und erreicht werden. Die Forderung der Beteiligung von Menschen mit Behinderungen am kirchlichen Leben ist nicht nur Inhalt dieses bischöflichen Wortes, sondern „Leben und Glauben mit behinderten Menschen und ihren Angehörigen zu teilen, ruft nach einer lebensfördernden Pastoral. Sie wird rück-sichtsvoll wie erfinderisch sein in den Formen der Integration.“ (vgl. „unBehindert Leben und Glauben teilen“, S. 16).

Dieses Wort kann nicht einfach ein Text sein, der so gelesen werden kann wie ein Zei-tungsartikel, Kochbuch oder Kriminalroman. Eine wesentliche Aufgabe wird darin bestehen, pastorale Rezeptionsvorgänge vor Ort zu entwerfen und zu konkretisieren: „Sie wird beispielsweise die Möglichkeiten eines integrativen Kindergartens und der Öffnung von Katechese und Gemeindegruppen, von Erstkommunion und Firmung ermöglichen und Aufnahme unter die Ministranten, gemeindliche Angebote eines Urlaubs von der Pflege, regelmäßige Fürbitten und Segensfeiern anbieten. Sie wird bestehende Vorurteile in den Kirchengemeinden abbauen helfen und wenn nötig Kontakte vermitteln. Vor allem wird sie Betroffenen und den Familien die Treue halten. Einmalige Aktionen genügen nicht. Eine lebensfördernde Pastoral kann dazu beitragen, dass auch ein Kreuz nicht Torheit ist, sondern nach und nach zum Segen werden kann.“ (vgl. „unBehindert Leben und Glauben teilen“, S. 17).

Kirchengemeinden, christliche Gemeinschaften, Verbände, Gruppen und Initiativen wie auch karitative Werke, Organisationen und Einrichtungen sind aufgerufen, im alltäglichen Zusammenleben Orte eines „unBehinderten“ Miteinanders zu sein und so die christliche Hoffnungsbotschaft glaubhaft erfahrbar zu machen und zu verkörpern. „Pastorale Richtli-nien“ können hierzu Orientierung geben und eine Hilfe für Handlungsschritte sein.

Die Deutsche Bischofskonferenz unterstützt beispielsweise mit ihrer Arbeitsstelle „Pastoral für Menschen mit Behinderung“ die Diözesen in diesem pastoralen Bemühen. Die Arbeitsstelle richtet sich an alle, die in der Seelsorge Auftrag und Verantwortung für behinderte Menschen und ihre Angehörigen haben. Mit Angeboten für Zusatzqualifikationen pastoraler Dienste in der Seelsorge für Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung oder Fachtagungen wie auch mit der Zeitschrift „Behinderung & Pastoral“ will die
Arbeitsstelle konzeptionell-fachliche Unterstützung und Formen der Zusammenarbeit er-möglichen und Impulse geben für pastorale Lebensräume und Räume für neue Lebens- und Glaubenserfahrungen zwischen Menschen mit und Menschen ohne Behinderungen.