
Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten und psychischer Erkrankung
Der Begriff Behinderung ist was diese Gruppe anbelangt problematisch. Das liegt zum Einen an den Assoziationen, die das Wort hervorruft. Gerade unter Jugendlichen ist der Ausdruck „behindert“ sehr negativ besetzt und wird zur Abwertung benutzt: "Bist du behindert, oder was?"; "Spasti!" "Mongo!". Deshalb ruft dieses Wort eher Abwehr und Widerstand hervor als dass es sich zur Identifikation für die eigene Situation anbietet.
Aber auch und das ist entscheidend - von der Sache her ist dieser Begriff schwierig. Bei den meisten Behinderungsarten gibt es eine relativ klare Unterscheidung zwischen Menschen mit einer konkreten Behinderung (Menschen mit geistiger Behinderung, Menschen mit Gehörlosigkeit) und den Menschen, die diese Behinderung eben nicht haben. Außerdem bestimmt diese konkrete Behinderung das gesamte weitere Leben. Bei Verhaltensauffälligkeiten und psychischer Erkrankung dagegen sind die Grenzen zwischen "normal" und "verhaltensauffällig" bzw. "psychisch krank" sehr fließend. Auch selbst wenn z.B. eine eindeutige, heftige Krise vorliegt, so kann diese für das weitere Leben eine Episode von begrenzter Dauer sein, das weitere Leben kann danach relativ normal verlaufen. Der Begriff „behindert“ dagegen verfestigt eher etwas, als dass er das Fließende der Entwicklung deutlich macht.
Deshalb wurde in dem Filmbeispiel der Begriff "Verletzte Seele" verwandt. Die Verletzungen, die das Mädchen erlitten hat, werden in ihrer Arbeit an dem Kunstwerk sowie in ihrem Kommentar spürbar, ihren unmittelbaren körperlichen Ausdruck finden sie in den Ritzungen an ihren Armen
|